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CrossFit – Elite Fitness

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Warum gerade CrossFit die Bezeichnung „Elite“ Fitness tragen sollte und was wirklich dahinter steht, versuche ich in diesem kurzem Blogartikel zusammenzufassen.

In erster Linie sollte man sich die Frage stellen, was als „Fitness“ zu betrachten ist. Laut WIKI (wikipedia.org/wiki/Fitness) ist die Definition folgende:

„Unter Fitness wird im Allgemeinen körperliches und oft auch geistiges Wohlbefinden verstanden. Fitness drückt das Vermögen aus, im Alltag leistungsfähig zu sein und Belastungen eher standzuhalten. Der Begriff ist insofern ungenau, als er als Modebegriff nicht klar definierbar ist und von verschiedenen Personen und Interessengruppen unterschiedlich interpretiert wird.“

Fitness (aus dem Englischen: „Angepasstheit“ / „Tauglichkeit“) beschreibt einen Zustand, der die körperliche Leistungsfähigkeit bzw. die Entwicklung verschiedener konditioneller und koordinativer Fähigkeiten umfasst. Zu diese Fähigkeiten gehört: Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Schnelligkeit.

Ist das alles? Aus meiner Erfahrung als Sportler und Trainer sage ich NEIN, das ist nicht ausreichend.

Die fehlende Lehrmeinung über Fitness hat es daher erforderlich gemacht, dass CrossFit eine eigene Definition von Fitness veröffentlich hat. CrossFit verwendet drei unterschiedliche Standards oder Modelle zur Einschätzung und Einführung von Fitness. Gemeinsam definieren diese drei Standards CrossFit-Ansichten von Fitness.

DER ERSTE FITNESS-STANDARD basiert auf den zehn allgemeinen körperlichen Fähigkeiten, die weitgehend von Trainingsphysiologen anerkannt werden:

  • Kardiorespiratorische Ausdauer des Herz-Kreislauf- und Atemsystems  = Fähigkeit des Körpers, Sauerstoff aufzunehmen, zu verwerten und abzugeben
  • Kraftausdauer = Fähigkeit eine hohe Kraft über längere Zeit zu leisten
  • Kraft = Fähigkeit einer Muskeleinheit oder mehrerer Muskeleinheiten, maximale Kraft in minimaler Zeit  auszuüben
  • Beweglichkeit = Fähigkeit, den Bewegungsumfang an einem bestimmten Gelenk zu maximieren
  • Leistung = Fähigkeit einer Muskeleinheit oder Kombination von Muskeln-Einheiten, eine maximale Kraft in einem minimalen Zeitraum auszuüben
  • Geschwindigkeit = Fähigkeit, die benötigte Zeit für die wiederholte Ausführung von Bewegungen zu minimieren
  • Koordination = Fähigkeit, mehrere unterschiedliche Bewegungsmuster in einem einzigen Bewegungsablauf zu kombinieren
  • Geschicklichkeit = Fähigkeit, die Übergangszeit von einem Bewegungsmuster zum nächsten zu minimieren
  • Gleichgewicht = Fähigkeit, den Körperschwerpunkt je nach Übung richtig zu setzen und zu kontrollieren
  • Genauigkeit = Fähigkeit, Bewegungen in einer bestimmten Richtung bzw. in einer bestimmten Intensität zu kontrollieren

Sie sind so fit, wie jede dieser einzelnen zehn Fähigkeiten bei Ihnen entwickelt ist. Ein Trainingsprogramm entwickelt die eigene Fitness in dem Maße, wie es jede cqc logo dieser zehn Fähigkeiten entwickelt.

DER ZWEITE FITNESS-STANDARD ist, dass Fitness einem erlaubt, bei jeder nur vorstellbaren körperlichen Aufgabe gut abzuschneiden. Daraus folgt, dass Fitness die Fähigkeit ist, alle Aufgaben gut zu bewältigen, die unbekannten und in unzählbaren Kombinationen auftretenden. In der Praxis gibt dies dem Athleten die Möglichkeit von festgelegten Vorstellungen von Sätzen, Pausen, Wiederholungen, Übungen, Reihenfolge von Übungen, Routinen, Periodisierung usw. abzusehen. Die Natur bietet häufig weithin unvorhersehbare Herausforderungen. Trainieren Sie dafür, indem Sie sich darum bemühen, den Trainingsstimulus breit und konstant variierend zu halten.

DER DRITTE FITNESS-STANDARD ist das Trainieren in allen drei Energie-Bereichen. Es gibt drei Stoffwechselwege, die Energie für menschliche Aktivitäten bereitstellen:

  • Anaerob-alaktazide Energiegewinnung (s.g. phosphagener Weg). Dieser Art der Energiegewinnung dominiert die leistungsstärksten Aktivitäten, diejenigen, die weniger als 10 Sekunden dauern. Dieser Energielieferungssystem arbeitet beispielsweise beim Start von Sprintern, bei Gewichthebern, bei Sprüngen von Volleyball- oder Basketballspielern, bei Tennis- und Tischtennisspielern, Fußball- und Handballtorwarten, bei Hochspringen, Diskus- und Speerwerfen, also bei allen explosiven, kurzen, schnellen und kraftvollen Bewegungen.
  • Anaerob-laktazide Energiegewinnung (s.g. glikolitischer Weg). Die Energiegewinnung über das Milchsäuresystem wird bei kurz dauernden Belastungen wie dem 100-, 200-, 400- und 800 –m-Lauf und anderen hochintensiven Aktivitäten benötigt, die zwischen 2 und 3 Minuten dauern. Zu Beginn einer Belastung ist die Energiegewinnung unabhängig von der Intensität immer anaerob.
  • Aerob (s.g. oxidativ). Hier dominieren leistungsarme Aktivitäten, diejenigen, die länger als mehrere Minuten dauern.

Totale Fitness, die Fitness, die CrossFit fördert und entwickelt, erfordert Kompetenz und Training in jedem dieser drei Bereiche bzw. Wege. Die Auswirkungen dieser drei Wege auszugleichen bestimmt in hohen Masse das wie und warum der metabolischen Konditionierung oder der „Cardio“ ist bei CrossFit durchzuführen.

Einen oder zwei unter Ausschluss der anderen zu begünstigen und die Auswirkungen eines übermäßigen Trainings im oxidativen Weg nicht anzuerkennen, sind wohl die beiden häufigsten Fehler beim Fitnesstraining.

In der heutigen Gesellschaft werden Triathleten oder Marathonläufer als die „fittesten“ Menschen der Welt bezeichnet. Diese Sportler sind zwar in ihrem Fachbereich Ausdauer perfekt, aber die anderen Körperfunktionen wie Kraft, Schnelligkeit, Stärke usw. leiden darunter.

Die Motivation zu den drei Standards dient lediglich dazu, die breiteste und allgemeinste mögliche Fitness sicherzustellen. Der erste Modell beurteilt Leistung im Hinblick auf allgemeine körperliche Adaptation, im zweiten liegt der Fokus auf die Breite und Tiefe der Leistung und im dritten ist das Maß Zeit, Leistung und letztendlich Energiesysteme. CrossFit befürwortet und entwickelte Fitness absichtlich breit und allgemein. Die Spezialität im CrossFit ist, sich nicht zu spezialisieren.

Es gibt keine ideale Routine! In der Tat liegt der Hauptwert einer Routine darin, sie aufzugeben und durch eine andere zu ersetzen. Das Ideal von CrossFit ist es, für alle Eventualitäten zu trainieren.

In den Belastungsmodalitäten, sprich Workouts, werden ständig variierende funktionelle Bewegungen, die mit hoher Intensität ausgeführt werden, eingesetzt oder wie es Glassman (der Gründer von CrossFit) nennt: constantly varied functional movements executed at high intensity. CrossFit ist sicher keine eierlegende Wollmilchsau. Es ist in der Tat ein sehr effektives Trainingsprogramm, aber keine Wunderpille. Denn wie bei allen anderen Dingen im Leben auch gilt: Man bekommt nur das zurück, was man hineinsteckt – Übung macht den Meister. Strengt man sich in den Workouts nur 60% an, nur um sie gemacht zu haben, fällt die „Belohnung“ deutlich kleiner aus, als wenn man immer 100% gibt. Zudem ist auch bei CrossFit ein regelmäßiges Training unerlässlich. Mit einem gelegentlichen Training alle zwei Wochen werden Sie selbst mit CrossFit keine Ergebnisse erreichen. Und gerade das Sichverbessern, also die „Belohnung“, macht den Reiz und den Ansporn aus dabeizubleiben.

 
Wojtek

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