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Wie funktioniert EMS?

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EMS – Elektromuskelstymulation

Die ersten Studien in den 50er Jahren untersuchten EMS zu therapeutischen Zwecken. Wer sich schon einer Knie- oder Sprunggelenkoperation unterziehen musste, war vielleicht in der Rehabilitation bereits mit lokaler Elektromuskelstymulation konfrontiert. Erst gegen Ende der 80er Jahre begannen Forscher leistungssteigernde Effekte von EMS bei gesunden Breitensportlern und Athleten und Athletinnen zu untersuchen. Der Schwerpunkt liegt seither auf der Betrachtung der Steigerung verschiedener Kraftfähigkeiten durch isometrische EMS.

Physiologische Wirkungsweise

Erfährt der Körper oder ein einzelner Muskel wie beim Krafttraining eine Kraftbelastung und möchte dieser standhalten oder ihr entgegenwirken, bedarf es immer einer Erregung der Muskelfasern. Bei einer willkürlich gesteuerten Bewegung des Muskels passiert dies über die Erregung der Nerven- und anschließend der Muskelfasern. Dabei wird eine Erregung in Form von Strom vom zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) auf den so genannten efferenten Nervenbahnen an die Muskeln weitergeleitet. Die Übertragung der Erregung, also des Stroms, von den Enden der Nervenbahnen auf den Muskel, geschieht über die Motoneuronen (motorische Nervenzellen). Diese sind mit den Muskelzellen und damit mit den Muskelfasern verbunden. Wenn durch ausreichende Aktivierung von Motoneuronen die Muskelfasern angesteuert werden, folgt daraus dann die Kontraktion des Muskels, die als Grundlage einer jeden Bewegung anzusehen ist.

Im Gegensatz dazu bedarf es bei der Anwendung von EMS nicht der anfänglichen Aktivierung durch das zentrale Nervensystem und der Weiterleitung der Nervenbahnen. Die Muskelkontraktion wird durch die Anwendung eines elektrischen Stroms künstlich provoziert.

Ähnlich wie bei der willkürlichen Kontraktion wird die Erregung der Motoneuronen (perkutan – aus der Oberfläche der Haut) auf die Muskelzellen und damit auf die Muskelfasern übertragen. Der Unterschied besteht in der Art der Aktivierung der Motoneuronen. Das Hennman’schen Rekrutierungsprinzip besagt, dass bei willkürlichen Muskelkontraktionen immer zuerst die kleinen, langsamen und dann, nach und nach die größeren, schnelleren Motoneuronen aktiviert werden. Bei der EMS erfolgt die Rekrutierung genau umgekehrt, sodass die großen, schnellen Motoneuronen vor den kleinen, langsamen aktiviert werden, was z.B. auch zu einer Steigerung der Schnellkraft führt.

Wie passt sich der Körper an?

Ein klassisches Krafttraining löst, wie jede Form von Training, spezifische Reize aus, betreffend den Stoffwechsel (metabolisch) sowie Körperform und Struktur (morphologisch). Dasselbe gilt für EMS-Training.

Bei den meisten klassischen Krafttrainingsformen passt sich der Körper in den ersten Wochen oder Monaten im Wesentlichen auf neueromuskuläre Art an. Das liegt daran, dass das neuromuskläre System eines der Systeme des Körpers ist, dass am stärksten auf Training reagiert.

Bei kurzen Trainingszeiträumen (z.B. drei Wochen) überwiegen auch bei EMS-Training die neuronalen Anpassungen, hier ähneln sich die Anpassungen beider Trainingsformen am stärksten.

Bei längeren Interventionszeiträumen (vier bis sechs Wochen) gewinnt bei EMS im Gegensatz zu klassischem Krafttraining der Zuwachs an Muskelmasse stärker an Bedeutung!

Ab dieser Trainingsdauer stehen die Anpassungen auf morphologischer und damit muskulärer Ebene bei EMS-Training an erster Stelle. Ein Training mit EMS führt im Muskelbereich zu Trainingseffekten, welche mit klassischem Krafttraining schwierig zu erreichen sind.

Die Möglichkeiten, das EMS-Training bezüglich der Übungsauswahl und –ausführung zu gestalten, sind sehr vielseitig. Es gibt zahlreiche Studien, die die Auswirkungen von EMS-Training auf verschiedene Krafttätigkeiten untersuchen.

Quelle: Das Forum der Fitness-Professionals „shape UP trainer’s only“, Ausgabe: 04-05.2015

 
Wojtek

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